Die Berliner Museumsinsel gehört in Weiten Teilen zum kulturellen Erbe des 19. Jahrhunderts. Im Jahre 1999 erklärte die die UNESCO diesen Ort zum Weltkulturerbe. Es handelt sich bei dem Areal an der nördlichen Spitze der Berliner Spreeinsel nicht nur um einen der größten touristischen Anlaufpunkte Berlins, sondern gleichzeitg um eine der bedeutensten und umfangreichsten Sammlungen von Kunst- und Kulturgütern weltweit.
In der frühen Siedlungsphase der Stadt Berlin war die Spreeinsel nur im südostwärtigen Teil besiedelt. Hier entstand parrallel zum alten Berlin die Stadt Cölln. Die nörliche Spitze war zum großen Teil bewaldetes Sumpfland. Dieses wurde erst zu Zeiten der preußischen Könige trockengelegt. Genutzt wurde die Fläche als Gartenland des Schlosses. Daher leitet sich noch heute der Name Lustgarten für die Parkanlage vor dem Berliner Dom ab.
Friedrich III. von Preußen ordnete erstmals 1797 die Zusammenstellung und Bau eines Kunstmuseums auf dem Areal an. Diese Vorstellungen konkretisierten sich in den Planungen Karl Friedrich Schinkels aus dem Jahr 1822. Sie sahen neben einem Museumsneubau auch die Begradigung und Kanalisierung des Spreenebenarms, den späteren Kupfergraben, wie auch die Errichtung mehrerer Brücken vor. Die Leitung des Vorhabens übernahm Alexander von Humboldt.
Bis 1830 wurde so das Alte Museum, 1859 das Neue Museum, 1879 die Nationalgallerie, 1904 das Bodemuseum, 1905 der Berliner Dom und schließlich 1930 das Pergamonmuseum erbaut.
Darüber hinausgehende Pläne zur Erweiterung durch die Nationalsozialisten scheiterten am Zweiten Weltkireg. Durch die Kampfhandlungen wurden die Gebäude schwer beschädigt; Sammlungen in Magazine ausgelagert. Obwohl die Rekonstruktion und Beseitigung der Kriegszerstörungen bereits 1950 begonnen wurde, ist diese bis heute nicht vollständig abgeschlossen. Das ist zum Teil der Resourcenknappheit in der ehemaligen DDR, als auch der Finanzschwäche des späteren Landes Berlin geschuldet. Die Museumsinsel wurde 1999 in den Stand des Weltkulturerbes der UNESCO erhoben, wodurch der Bund für die weitere Gestaltung des Areals mit nicht unerheblichen Geldmitten aufkommt.
Als Masterplan Museumsinsel wird ein Sanierungsplan bezeichnet, der erstmals Anfang der 1990er Jahre des letzten Jahrhunderts formuliert wurde. Ihm und seinen Nachfolgeplänen folgt das gegenwärtige Konzept zur Sanierung der Museumsinsel. Er sieht neben einer stufenweisen Sanierung der bestehenden Bauten auch Neubebauung und Umgestaltungen vor.
So soll im ehemaligen Packhof beim Neuen Museum ein Empfangsgebäude entstehen, das - besonders architektonisch - umstritten ist. Alle Museen sollen thematisch und zum Teil auch baulich verbunden werden. Ferner gehört die Wiederherrichtung des Neuen Museums, der Wideraufbau des Stadtschlosses, der Umzug der Völkerkundlichen Sammlungen Berlin-Dahlem zurück auf die Museumsinsel sowie die Einbeziehung der Räume der ehemaligen Friedrich-Engels-Kaserne und der Berliner Stadtbibliothek in das Gesamtensemble zu den Planungen.
Gegenwärtig ist die Rekonstruktion der Alten Nationalgallerie und des Bodemuseums sowie der Kollonaden vor der Nationalgallerie abgeschlossen. Das Pergamonmuseum befindet sich in schrittweiser Rekonstruktion, ebenso wie das Neue Museum. Der Abriss des Pallastes der Republik an dessen Stelle der Wiederaufbau des Stadtschlosses geplant ist, wird in im Frühjahr 2009 abgeschlossen sein. So lange steht auf dem Schlossplatz die Temporäre Kunsthalle.
Durch die zur Verfügung gestellten Bundesmittel soll es bis 2020 - also rund 80 Jahre nach den ersten Bombentreffern - möglich sein die Museumsinsel vollständig zu sanieren.